Die Seeforelle – König/Königin vom Brienzersee

Wellen

Nur einen Katzensprung vor unserem Hotel liegt der Brienzersee, welcher der Kategorie «Voralpensee» angehört. Er ist mit 260 Meter der tiefste See der Schweiz, welcher sich auch komplett in der Schweiz befindet. Neben diesem Fakt ist der See natürlich auch durch seine wunderschönen türkisblauen Farbe sehr bekannt. Innerhalb des Sees leben viele Fische, welche wir auch in unserem Restaurant anbieten. Eine Gattung, welche eher selten bei uns serviert wird, ist die Seeforelle und dieser widmen wir uns heute.

Merkmale der Seeforelle

Die Haut der Seeforelle gleicht flüssigem Silber, jede Pigmentierung ist anders – vergleichbar mit einer Tätowierung. Andere Schweizer See, beheimaten auch Seeforellen – allerdings passt sich die Seeforelle an die Farbe des Sees an. Forellen aus dem Zugersee zum Beispiel sind an der Oberseite grünlich und nicht glänzend silbrig. Die Bachforelle hat zum Unterschied zur Seeforelle noch rote Punkte.

Die Seeforellen können eine Länge von bis gut 100 cm erreichen.  Einer der grössten Seeforellen wurde vor vielen Jahren gefangen. Sie war gut 1 Meter lang und 12 kg schwer. Da aber nicht jeder Fischer über seinen Fang spricht, kann es natürlich sein, dass schon weitaus grössere Exemplare gefangen wurden.

Bei der Grösse, ist natürlich auch klar, dass die Seeforellen kein Fliegengewicht ist. Schon nach ein paar Jahren, kann diese bereits ein Gewicht von 3 kg vorweisen.

Schonzeit

Damit sich die Population regelmässig erholen kann, dar die Seeforelle im Kanton Bern nur vom 1. Februar bis Ende August gefangen werden. Ab September begeben sich die Tiere in die Zuflüsse des Brienzersees zum Ablaichen, was vergleichbar mit dem Lachs ist.

Nach deren Geburt, bleiben die Jungtiere die ersten 1 bis 3 Jahre im Fluss, wo sie geboren wurden und folgen erst später ihren Eltern in den See.

Auf den Seen des Kanton Bern gilt das Mindestmass von 45 cm, damit eine Seeforelle gefangen werden darf.

So wird die Seeforelle gefangen

Gefangen wird die Seeforelle meist durch Schleppen – was ist das? Angelschnur mit Köder aus dem Boot rauslassen und Gas geben. Der Köder wird nicht wie beim Spinnfischen durch Einziehen der Angelschnur bewegt, sondern hinter dem fahrenden Boot hergeschleppt. Um im Kanton Bern fischen zu dürfen, benötigt man ein Patent und einen Sachkundenachweis.

Aber wie gesagt – einfach ist es nicht. Die Seeforelle ist ein Raubfisch – schwimmt viele Kilometer pro Tag (30 km sind möglich) und somit ein richtiger Spitzensportler. Drum auch beim Drill nicht einfach. Ich hatte einmal das Glück, mit einem sehr erfahrenen Angelfischer, einen Tag am wunderschönen Brienzersee zu verbringen und eine Seeforelle zu fangen. Ein unvergessliches Erlebnis.

Jeder Angelfischer hat seine Geheimnisse, welchen Köder er nimmt, auf welcher Wassertiefe er fischt, der Ort, an dem er fischt, wie hoch die Geschwindigkeit sein muss, dass der Köder attraktiv zum Jagen für den Fisch wird. Die Liste ist lang und interessant.

Schutz der Seeforelle

Der Bestand der Seeforellen in der Schweiz schrumpft in vielen Seen drastisch. Die Seeforelle beansprucht verschiedene Lebensräume und reagiert sehr empfindlich auf Beeinträchtigung. Das sind Hindernisse auf dem Weg zu ihren Fortpflanzungsgebieten (Wasserkraftwerke/Schleusen,…) bevor die Elterntieren die Laichplätze erreichen. Unzureichende Wasserqualität, Abflussregime von Wasserkraftwerken (Schwall- und Sunkbetrieb), Turbinen von Wasserkaftwerken, Klimaerwärmung und die damit verbundene erhöhte Wasserqualität.

Lösungen sind innovative Fischwandersysteme/Fischschleusen oder wie der Bau eines Fischlifts, im Jahr 2013 durch die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO).

Durch die Schonzeit, das Schonmass und den Anstrengungen bei der Aufzucht der Fische wird sichergestellt, dass die Population im Brienzersee auf hohem Niveau erhalten bleibt. So darf die Seeforelle auch mit gutem Gewissen gefangen und gegessen werden.

Die Seeforelle als Speisefisch

Die Seeforelle, ist nicht nur wunderschön anzusehen, sie ist auch ein vorzüglicher Speisefisch. Ihr Fleisch ist weiss bis rosa.  Ob geräuchert, gebraten, pochiert, im Ganzen zubereitet oder als Filet, in jedem Fall ein Gaumenschmaus.

Auch wenn ihr selber keine Forelle fängt– einen Tag an diesem See zu verbringen ist es schon mehr als Wert gewesen. Macht einen Abstecher nach Iseltwald und geniesst den Ausblick bei uns im Du Lac, bei einem Teller Fisch. Wenn ihr Glück habt, gibt es auch ein paar Raritäten aus dem Brienzersee – wie Felchen, Brienzlig, Seesaibling, Hecht oder Seeforelle. Es hat, solange es hat.